Kirchenführer

Der nachfolgende Text und viele der Fotos entstammen einem (inzwischen veralteten und zu überarbeitenden) Kirchenführer, welcher in unserer Kirche ausliegt und Besuchern einen Überblick über unsere Kirche und Gemeinde verschaffen soll.
Bei Interesse können Sie ein ausgedrucktes und gebundenes Formular in unserer Kanzlei erwerben. Die Öffnungzeiten derselben finden Sie im Impressum dieser Internetpräsenz.

Willkommen in unserer St. Rochuskirche

Der Kirchenvorstand und die Mitarbeiter unserer Kirchgemeinde begrüßen Sie, liebe Besucher, in unserer Kirche und heißen Sie herzlich willkommen.

Wir wünschen Ihnen, dass Sie nicht nur die äußeren Dinge unserer Kirche wahrnehmen, sondern auch innerlich gestärkt werden.

Gönnen Sie sich einige Minuten Ruhe.

Wir laden Sie ein zur Besinnung, zum Ausruhen und Aufatmen. Indem Sie über diese Kirche nachdenken, können Sie unter Umständen auch für sich selbst Gewinn haben. Vielleicht werden für Sie plötzlich Fragen interessant, die Sie bisher nicht bewegt haben. Vielleicht finden Sie auf manche Ihrer Fragen eine Antwort, vielleicht verlassen Sie diese Kirche mit neuen Gedanken, mit neuer Gewißheit.

Wir wünschen Ihnen gewinnbringendes Verweilen in unserem Gotteshaus.


Zur Orientierung in dieser Broschüre:

Der Kirchenführer ist so aufgebaut, dass die Hauptsachen schwarz gedruckt sind, Erläuterungen mit vielen Einzelheiten haben blaue Schrift.

Wir stellen uns vor

In der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens ist unsere Kirche die einzige mit dem Namen Rochus.
Die meisten alten Kirchennamen haben etwas mit der Gründung oder besonderen Erfahrungen der Gemeinde zu tun. Der Name Rochus ist bei evangelischen Christen nicht sehr bekannt. Hier die Geschichte dieses Mannes, deren Einzelheiten aber nur aus Legenden überliefert sind:

Geboren wurde Rochus um das Jahr 1295 in Montpellier (Südfrankreich). Schon früh verlor er seine Eltern. Seinen gesamten Besitz verschenkte er an arme Menschen und zog als mittelloser Pilger durch die Welt. 1317 machte er sich auf den Weg, um nach Rom zu pilgern. Dabei lernte er an vielen Orten die Not der Pest kennen und war vom Elend der Leidenden sehr bewegt. Rochus stellte sich mehrfach als Pfleger für Pestkranke zur Verfügung. In Aquapendente hat er, so berichtet die Legende, Pestkranke mit dem Kreuzeszeichen geheilt. Die Einwohner verehrten ihn daraufhin verständlicherweise, aber Rochus mochte das nicht. Er floh bei Nacht aus der Stadt und setzte seinen Weg nach Rom fort. Auch dort begegnete er der Pest und wiederum soll er Pestkranke geheilt haben. Andere, bei denen keine Heilung eingetreten ist, hat er bis zu ihrem Sterben gepflegt.
Von Rom aus ging er nach Piacenza. Natürlich hatte er auch dort mit Pest und Pestkranken zu tun. Diesmal erkrankte er nach einer Weile aber selbst an der Seuche. Niemand wollte ihn pflegen oder auch nur verpflegen. Weil er vor Schmerz oft schreien mußte, zog er sich in einen einsamen Winkel der Stadt zurück. Aber auch dort störte sein Wehgeschrei die Stadtbewohner und sie trieben ihn der Überlieferung nach aus der Stadt. In einer unweit der Stadt gelegenen Waldhütte fand er Unterschlupf. Dort pflegte ihn ein Engel.. In der Nähe lag das Schloß eines Edelmannes. Dessen Hund fand Rochus. Er kam jeden Tag, leckte die Geschwüre von Rochus und versorgte diesen mit Brot. Dem Edelmann fiel das regelmäßige Umherstreifen seines Hundes auf, und er ließ nachforschen, wohin dieser verschwand. So wurde Rochus gefunden. Der Edelmann, auch ein Mensch mit gutem Herzen, war beeindruckt, wie Rochus sein Leid ertrug und ließ ihn pflegen. Rochus überstand seine Erkrankung, ging noch einmal in die Stadt Piacenza, in der die Pest immer noch wütete. Die erstaunten Einwohner wollten ihm nun danken, wohl in der Absicht, ihn für abermalige Pflege der Pestkranken zu gewinnen, aber Rochus reist zurück in seine Heimat.
In Montpellier hielt man ihn fälschlich für einen Spion und warf ihn ins Gefängnis, wo er am 16.8.1327 starb. (Eine andere Überlieferung besagt, dass er nach fünf Jahren Haft an einem Muttermal erkannt worden sei, worauf man ihn frei ließ.)
In der katholischen Frömmigkeit wird Rochus vielfach als Schutzpatron verehrt: von Venedig, Montpellier und Parma; für Kranke und Krankenhäuser; Ärzte, Apotheker, Chirurgen; Bauern, Kunsthändler, Gärtner, Bürstenbinder, Tischler, Pflasterer; gegen Pest und Cholera u.a.

Heilige werden in der Regel mit Beigaben dargestellt, an denen man sie erkennen kann. Man nennt das "Attribute". Bei Rochus sieht das folgendermaßen aus: Als Pilger gekleidet (breitkrempiger Hut, Tasche, Pilgerstab, Flasche, enge Beinkleider), mit Pestbeulen, Brote, Hund und Engel).

In unserer Kirche finden Sie keine Darstellung von Rochus, aber der Abdruck unseres Siegels gibt ein Beispiel aus jüngerer Zeit, wie ein Rochusbild aussehen kann.

Nachtrag:
Dank eines Urlaubs in Südfrankreich, war es mir vergönnt, auch die Geburtsstadt von Rochus zu besichtigen. In der dort befindlichen, nach ihm benannten Kirche, fand ich auch ein Standbild von ihm.

Warum trägt unsere Kirche diesen Namen?


Darüber haben wir keine Angaben. Aber nach den Gepflogenheiten des Mittelalters könnte das mit besonderen Erfahrungen hinsichtlich der Pest zusammenhängen. Im wesentlichen sind zwei Varianten denkbar:
Vielleicht hat unsere Umgebung sehr schwer unter der Pest zu leiden gehabt und unsere Gemeinde kam einigermaßen glimpflich davon, oder unsere Gemeinde war im Vergleich zur Umgebung verhältnismäßig hart betroffen.

Die Größe unserer Kirchgemeinde

Seit einigen Jahren gehören unserer Gemeinde etwa 900 Glieder an, die in den Dörfern Schönau, Wiesenburg, Wiesen, Grünau und Silberstraße wohnen. Wir reden - genau wie die Bibel - nicht von Mitgliedern. Eine christliche Gemeinde ist eine Art Leib, ein Organismus. Der hat keine Mitglieder sondern Glieder.
Ein Organismus lebt - ansonsten ist er kein Organismus sondern ein Kadaver - und Leben kann man wahrnehmen, erleben. Bei uns sieht das so aus:

Nahezu jeden Sonntag versammeln sich hier Christen, um sich für den Alltag stärken zu lassen, Kraft zu schöpfen, Zuversicht zu tanken und Gemeinschaft zu erleben. Das Innere unserer Kirche lädt uns dabei zum Nachdenken, zur Besinnung, zur Stille ein - mehr als es andere Räume tun könnten. Darin sehen wir den größten Wert unserer Kirche.

Außer dem eben erwähnten Gottesdienst, zu dem es parallel meistens einen Kindergottesdienst gibt, haben wir in unserer Gemeinde Kindertreff, Kurrende (das ist ein Kinderchor), Konfirmandenunterricht und Junge Gemeinde, einen Chor, Frauendienst, Männerwerk und eine Bibelstunde im Gemeindeteil Grünau gibt es auch. Das Leben der Kirchgemeinde wird von der Arbeit des Kirchenvorstandes getragen.

Wenn noch Vorräte vorhanden sind, bedienen Sie sich doch bitte bei unseren Kirchennachrichten. Sie sind nach dem Namen unserer Gemeinde benannt: "Rochusbote". Reserven legen wir gewöhnlich im Eingangsbereich aus.

Die zur Kirchgemeinde gehörenden Orte

Seit dem ersten Januar 2001 sind wir als Kirchgemeinde sehr eng mit drei anderen Gemeinden verbunden: die Kirchgemeinden von Wildenfels, Härtensdorf und Zschocken stehen mit uns in einem Schwesterkirchgemeinde-Verhältnis.
Nachdem Sie etwas von der Gemeinde erfahren haben, wollen wir Ihnen das Gotteshaus bekannt machen.

 

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